NEOS Villach: Eltern darf die Erziehungskompetenz nicht abgesprochen werden

15. July 2020

NEOS-Regionalkoordinator Bernhard Zebedin und Heidi Krammer von der Elternbildung Villach fehlt eine klare Strategie hinter den geforderten Corona-Tests von Irene Hofstetter-Lackner. Zudem sehen sie die Freiheit und Erziehungskompetenz von Eltern in Gefahr durch mögliche Konsequenzen, sollte einem Test nicht zugestimmt werden.

In einer Aussendung am Montag sprach sich Vizebürgermeisterin und Bildungsreferentin Irene Hochstetter-Lackner für flächendeckende Corona-Tests für Schüler_innen, Lehrer_innen sowie das gesamte Personal an Schulen aus. Bernhard Zebedin, NEOS-Regionalkoordinator in Villach, und Heidi Krammer von der Elternbildung Villach begrüßen zwar die Möglichkeit, dass sich Kinder und Lehrpersonal testen lassen können, jedoch muss dies ganz klar auf freiwilliger Basis und in Verantwortung der Eltern passieren. „Es darf auch keine Konsequenzen für Schüler_innen, Lehrer_innen oder Eltern haben, wenn sie keinen Test machen wollen“, sind sich Zebedin und Krammer einig.

Die Strategie fehlt

NEOS-Regionalkoordinator Zebedin stellt außerdem fest, dass neben kindertauglichen Tests auch eine entsprechende Strategie hinter der Forderung von Hochstetter-Lackner fehlt. „Die Forderung nach Tests ist zwar gut, jedoch auch sehr weltfremd. Wenn man Ende des Monats alle Kinder getestet hat, kann man eigentlich schon wieder von vorne beginnen“, erklärt Zebedin.

Weiters bleiben auch einige Fragen, wie:

  • Was passiert, wenn Eltern Testes verweigern?
  • Welche Art der Testung soll durchgeführt werden?
  • Wer soll getestet werden? (alle Kinder? Welche Schulen?)
  • Wie soll das finanziert werden?
  • Welches Personal soll das machen?

„Wir fordern konkrete Maßnahmen, die auf einer klaren, realistischen Strategie basieren. Denn nur so kann ein geregelter Schulbetrieb ab Herbst ermöglicht werden“, betonen Krammer und Zebedin.

Die Entscheidung für oder gegen einen präventiven Corona-Test bei Kindern muss zudem unbedingt in der Verantwortung der Eltern bleiben, denn sie sollen entscheiden was ihrem Kind zumutbar ist und was nicht, sind sich die beiden einig. „Viele Eltern könnten sich auch Gedanken machen, was passiert, sollten sie keinen Test zustimmen. Diese Sorge muss ihnen unbedingt genommen werden“, erklärt Krammer. Weiters betont sie: „Die Politik muss die Rahmenbedingungen vorgeben. Die Erziehungskompetenz liegt jedoch immer in der Verantwortung der Eltern.“

Nicht auf den elementarpädagogischen Bereich vergessen

Zebedin und Krammer kritisieren außerdem, dass man offensichtlich schon wieder auf elementarpädagogische Einrichtungen vergisst. „Auch Kindergärten sind von essentieller Bedeutung für Kinder und ihre Eltern“, weiß Krammer. Wieder einmal hört man nicht, wie es in diesem Bereich weitergehen und welche Maßnahmen gesetzt werden sollen, so Krammer.

„Nur zu fordern, ohne einen konkreten Plan zu verfolgen, ist heiße Luft, die vom Mund-Nasen-Schutz gefiltert wird“, so Krammer. „Wir sind von der Bundesregierung ja schon einiges an heißer Luft gewohnt. Scheinbar ist die SPÖ auch im Dunst dieser aufgegangen“, wundert sich Zebedin.

NEOS-Landessprecher Markus Unterdorfer-Morgenstern unterstützt die Position des Villacher NEOS-Teams; er erkennt ebenfalls keine erkennbare Strategie hinter der Forderung der Villacher Bildungssprecherin Irene Hochstetter-Lackner.

Er bekräftigt: „Die validen derzeitigen Corona-Tests sind schmerzhaft und für Kinder kaum zumutbar. Gerade deshalb darf man Eltern ihre Kompetenz nicht absprechen und muss ihnen in jedem Fall die Freiheit lassen, sich für oder gegen den Test zu entscheiden. Ohne, dass dies weitreichende Konsequenzen für sie oder ihr Kind hat“, betont Unterdorfer-Morgenstern. Er argumentiert weiter, dass „Eltern wissen, was sie ihrem Kind zumuten können oder nicht. Daher liegt es in ihrer Verantwortung zu entscheiden, ob ihr Kind so einem Test physisch und psychisch gewachsen ist.“