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Frauen tragen Verantwortung für die Mobilität Dritter

Ausgleichszulage für Hermagor gefordert

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Ausgleichszahlung für Frauenmobilität in der Region Hermagor

06.11.2016 Marcel MILD

Mindestens 86% der ländlichen Haushalte besitzen einen Pkw, sagt die Statistik Austria. Damit sollte der Zugang zu Mobilität auch im ländlichen Raum kein Problem sein, könnte man meinen. Doch wenn man sich die Statistiken genauer ansieht, fällt rasch auf: Auto-Mobilität ist teuer und nicht für alle leistbar. Öffentliche Verkehrsmittel sind wesentlich besser leistbar, ein Ausbau wäre daher sinnvoll.

Verkehrsausgaben belasten Haushalte unterschiedlich stark

Nur wer mobil ist, kann beruflich tätig sein und am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen. Gerade im ländlichen Raum wird Mobilität ohne eigenes Auto aber als kaum bis überhaupt nicht machbar erlebt, was sowohl zu Einschränkungen als auch zu besonders hohen finanziellen Belastungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen, führt. Frauen sind hier überdurchschnittlich betroffen.

Frauen tragen Verantwortung für die Mobilität Dritter

Besonders interessant ist, dass die hohe Pkw-Verfügbarkeit und die hohe Pkw-Nutzung nicht die erwarteten Erleichterungen für die Erwerbstätigkeit von Frauen mit sich bringen. Im Detail zeigt sich nämlich, dass Frauen mit 4,8 Wegen pro Tag häufiger unterwegs sind als Männer (3,8) und dabei zwar mehr Zeit in ihre Mobilität investieren allerdings mit durchschnittlichen Wegelängen von 11,5 km deutlich kürzer unterwegs sind als Männer mit 17,9 Kilometern. Bei den Wegezwecken zeigt sich, dass 40 Prozent dem Holen und Bringen der Kinder dienen.

Der bessere Zugang zum Auto hat offenbar zur Folge, dass Frauen neben der Berufs- und Familienarbeit zusätzlich auch noch die Verantwortung für die Mobilität der betreuten Personen übernehmen (müssen).

Frauen müssen dafür endlich fair entlohnt werden. Wir fordern in der Region Hermagor nicht nur die Anpassung der Löhne auf das Niveau von Männern, sondern eine von den Gemeinden finanzierte Ausgleichszulage für die Frauenmobilität am Land.

Finanziert werden sollte diese Ausgleichszulage durch die Zweitwohnsitzabgabe in den Gemeinden einerseits und über die Reduktion von intransparenten Landesförderungen bei Betriebsansiedlungen.