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Die notwendigen Brücken zwischen Stadt und Land

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Die notwendigen Brücken zwischen Stadt und Land

18.10.2016 Marcel MILD

„Die größte politische Herausforderung sei die Überwindung der Spaltung der Gesellschaft“, sagte Bundeskanzler Kern Montagabend in Wien im Gespräch mit „Zeit“-Chefredakteur Givanni di Lorenzo.

Es gibt keine Bestandsgarantie für SPÖ und ÖVP; die Bundespräsidentschaftswahl, bei der die Kandidaten von SPÖ und ÖVP bereits in der ersten Runde ausgeschieden waren, sei ein „erster“ Vorgeschmack auf diese Entwicklungen.

Was aber führt zu dieser Spaltung der Gesellschaft?

Die Kluft zwischen Stadt und Land entsteht nicht zuletzt auch aus einer verzerrten, weil zentral dominierten Sichtweise. Der Riss zwischen Stadt und Land war nie deutlicher. In ihm vollzieht sich am deutlichsten die Neuordnung der neuen Gegenspieler – vom Widerstreit der Geschlechter und Generationen bis zum Verteilungskampf zwischen Modernisierungsverlierern und Zukunftsorientierten. Die wachsende Stadt-Land-Kluft ist eine Herausforderung, doch erst durch unverdrossen verzerrte Wahrnehmung des Landes aus der Stadt gerät sie zum Problem. Das ist nicht nur ein Versagen von Politik, in der die einstigen Volksparteien noch über engmaschige Funktionärsnetze verfügen. Es entsteht auch aus dem Umbruch der Medienlandschaft. Digitalisierung und Globalisierung bieten jenen neue Artikulationsmöglichkeiten, die sich in etablierten Programmen zu kurz gekommen fühlen. Je nationaler der Kanal, desto eher ist dies die Landbevölkerung.

Keine Kundenorientierung

Eine Verwaltung bzw. eine Regierung, die sich an den Bedürfnissen und Problemen der Bürger am Land orientiert und auf deren Interessen eingeht gibt es nicht.

Dezentralisierung und Autonomie als Lösung?

Jene Staaten, die im Dezentralisierungsindex führen, sind allesamt föderalistisch organisiert und finden sich auch in wirtschaftlicher Hinsicht in der globalen Spitzengruppe: Schweiz, Deutschland, USA, Kanada und Belgien. Dass Österreich zwar eine föderale Verfassung hat, die aber hochgradig zentralistisch umgesetzt wird, sticht beim Vergleich der sechs europäischen Regionen hervor.

 

 

Der nächste Eintrag widmet sich dem Thema:

„Die sozialen und politischen Folgen des abgestuften Bevölkerungsschlüssel im Finanzausgleich“