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Ein Bürgerbudget für Kunst und Kultur, mehr Transparenz und Befragungen – Neue Wege in Villach

Die Stadt Villach gibt über 4 Millionen Euro im „ordentlichen Haushalt“ für Subventionen im Bereich der Kultur aus, das entspricht rund 2 Prozent des gesamten Budgets. Hinzu kommen die Sonderausgaben für einzelne Projekte im Bereich des „außerordentlichen Haushaltes“.

Es ist gut, dass unsere Stadt ihren kulturellen Verpflichtungen nachkommt und Kunst, Kultur und Brauchtum als wichtigen Baustein für die Gesamtzufriedenheit der Bürger_innen erkennt. Kunst und Kultur schaffen nicht aber nur Zufriedenheit, vielmehr werden durch sie auch Bürger_innen aus anderen Gemeinden und Tourist_innen angelockt. Das verschafft unserer Stadt wiederum mehr Arbeitsplätze und führt vereinzelt auch zu Firmengründungen.

Jedoch braucht es hier wesentlich mehr Transparenz! Es ist undurchsichtig und verwirrend, wenn „Kunst-Pakete“ im Wert von mehreren 100.000 Euros im Budget geschnürt werden und diese Pakete dann mehreren „Projekte“ als Inhalt haben. Jedes einzelne Kunst-Projekt der Stadt Villach muss einzeln aufgeführt und ausgewiesen werden und für jede_n Bürger_in auf einfache Weise ersichtlich sein. Dadurch lässt sich ein möglicherweise schiefe Optik oder Begünstigung einzelner Künstler_innen verhindern.

In der Kunst ist es kaum möglich einen objektive Kosten-Nutzen- Analyse zu führen, da das Spektrum einfach zu groß ist. So umfasst es beispielsweise Volksmusik ebenso wie klassische Musik. Oder Graffiti bis Gemälde der alten Meister. Gerade weil der objektive Nutzen von Kunst und Kultur nicht in Zahlen fassbar ist, bedarf es einer genauen und lückenloser Einzelaufzeichnung und Transparenz im Budget.

Auch im Sinne der Bürgerbeteiligung wollen wir neue Wege einschlagen. Wann ist ein Festival erfolgreich? Wir sagen, es ist dann erfolgreich, wenn die Anzahl der Besucher_innen ein Maximum erreicht und jeder einzelne sich als Teil dieses gefühlt hat. Wie ist es nun einer Stadt möglich, seinen Bürger_innen ein optimales zusätzliches Angebot zu offerieren? Wir finden, dass das durch eine Mischung aus Subventionen, Spenden und Ideen Villacher_innen möglich ist. Eine solche erfolgreiche Plattform hat bereits Stockholm (Schweden) unter dem Namen „crowdculture.se“ ins Leben gerufen.  Eine Adaptierung nach Villach wäre eine spannende Möglichkeit, um unsere schöne Stadt kulturell neu zu positionieren.

In einer abgeschwächten Form fordern wir auf jeden Fall ein Bürgergeld für Kunst, Kultur und Brauchtum. 1 Prozent des Budgets soll für Ideen der Bürger_innen fix reserviert werden. Die Villacher_innen sollen einmal im Jahr all ihre Ideen einbringen können. Nach einer kurzen Aufbereitung der Daten sollen die Ideen allen Bürger_innen sichtbar gemacht werden – und diese können dann darüber abstimmen. Die beliebtesten Projekte der Villacher_innen  sollten dann von der Gemeinde umgesetzt werden. Für NEOS ist die Meinung der Bürger_innen bindend. Und das sollte sie auch für die gesamte Stadtregierung sein.

Bernd Stechauner, NEOS-Bürgermeisterkandidat in Villach