Direkt zum Inhalt

* Pflichtfelder

Tu was! Spenden NEOS braucht dich Mitglied werden
« Zurück zur Übersicht

Frauenmangel und die Radikalen von morgen

24.09.2016 Marcel MILD

Die Flucht aus ländlichen Regionen wird durch zwei Umstände verstärkt. Den Kindermangel und die Abwanderung junger, qualifizierter Menschen, vor allem Frauen.

In den Kindergärten und Volksschulen sind die Folgen längst zu spüren. Demnächst werden der Lehrstellenmarkt (vor allem eher unbeliebte Berufsgruppen), die höheren Schulen und die Universitäten davon erfasst. Die Diskussion über Betreuungsstandards und der Streit über Gemeinschaftsschulen hat in Österreich einen ideologischen Unterton, ist jedoch in erster Linie eine Reaktion auf die demografische Entwicklung. Eine Gesamtschule ist schon aus dem Grund leichter zu erhalten, weil dort mehr Schüler zusammenkommen.

Heute fehlen nicht mehr nur die Kinder, sondern auch die Eltern. Die gutausgebildeten jungen Leute gehen weg – unter ihnen vor allem die jungen Frauen.

Die alltäglichen Folgen zeichnen sich bereits ab. Fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Abwasserverbände kommen in Schwierigkeiten, Anschlüsse für Energie, Wärme und Wasser werden immer teurer. Ohne Schülerverkehr ist auch kein öffentlicher Nahverkehr aufrechtzuerhalten und die ländliche Mobilität ist nur durch Individualverkehr gewährleistet. Zeitgleich werden aber die Schulwege für Schüler immer länger und der Druck auf unsere Kinder steigt.

Leere und Landschaft seien der einzige Vorteil der Abwanderungsregionen. Mit der Abwanderung geht ein kultureller Verfall einher. Es fehlt an Geschäften, an Infrastruktur, an Lebendigkeit und damit an Lebensqualität. Viele Wissenschaftler sprechen vom langsamen Tod der Regionen. Ökonomen verwenden dafür den Begriff der passiven Sanierung des Staatshaushaltes. Die Kosten und Aufwände der Städte steigen und sind nur noch über Einsparungen im ländlichen Raum zu refinanzieren.  

Viele Bundesländer sowie die Regierung werden die politischen Folgen zu spüren bekommen, wenn radikale Kräfte in die Landtage und ins Parlament einziehen und dort die Macht übernehmen.

Noch gibt es eine minimale Chance für Veränderung. Aber nur, wenn wir fair und gerecht agieren und unsere Kinder als das höchste Gut ansehen.

Die moderne Politik soll Dinge bestimmen und sich nicht von den Ereignissen treiben lassen. Die Politik muss mehr Tun, weniger verwalten und generationengerechte Entscheidungen für unsere Kinder in der Stadt und am Land treffen.