2. Jetzt packen wir’s an

Bürger_innen gestalten lassen statt ruhig halten 

  • Der/die Bür­ger­meis­ter_in muss eine Liste mit In­for­ma­tio­nen über Vor­ha­ben ver­öf­fent­li­chen, die die Ge­mein­de in den nächs­ten Pe­ri­oden ver­wirk­li­chen möch­te und die ak­tu­ell, oder zu einem spä­te­ren Zeit­punkt viele Men­schen be­tref­fen wer­den, einen hohen Sym­bol­wert haben, einen au­ßer­or­dent­li­chen Fi­nanz­auf­wand be­deu­ten und/oder einen we­sent­li­chen Ein­griff in die Um­welt dar­stel­len. Ziel die­ser Vor­ha­bens­lis­te ist es, die Bür­ger_in­nen über Pla­nun­gen und Vor­ha­ben der Ge­mein­de zu in­for­mie­ren und durch die Be­völ­ke­rung prio­ri­sie­ren zu las­sen. Dabei müs­sen die As­pek­te einer en­kel­fit­ten Ge­mein­de, mit den in Zu­kunft not­wen­di­gen In­ves­ti­tio­nen, und der ak­tu­el­le Schul­den­stand immer auf­ge­zeigt wer­den.
  • Verknüpfung der Vor­ha­bens­lis­te mit ge­plan­ten Par­ti­zi­pa­ti­ons­for­men.
  • Ver­pflich­ten­de Par­ti­zi­pa­ti­on und pro­ak­ti­ve Bürger_in­nen­be­tei­li­gung bis hin zur Mit­ent­schei­dung bei grö­ße­ren Ge­mein­de­vor­ha­ben Statt an­ony­mer Ent­schei­dun­gen
  • Wir for­dern die „Öff­nung von Re­gie­rung und Ver­wal­tung ge­gen­über der Be­völ­ke­rung und der Wirt­schaft (Open Go­vern­ment) durch di­rek­ten Kon­takt zwi­schen Ver­wal­tung und Bür­ger_in­nen auf meh­re­ren on- und off­line Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­len.
  • Allen Bür­ger_in­nen muss es mög­lich sein, ohne jeden Par­tei­en­fil­ter auch nach dem Wahl­tag das po­li­ti­sche Ge­sche­hen in ihrer Ge­mein­de mit­zu­ge­stal­ten. Die ein­zi­ge Vor­aus­set­zung dafür ist das In­ter­es­se und die Be­reit­schaft, in der ei­ge­nen Ge­mein­de (auf Dauer oder be­fris­tet für ein Pro­jekt) im Sinne des Ge­mein­wohls mit­zu­ar­bei­ten.
  • In Ge­mein­den mit bis zu 5.000 Ein­woh­nern sol­len auf Ver­lan­gen von 5 % der Be­völ­ke­rung die Mög­lich­keit der Ein­set­zung eines Bürger_in­nen­ra­tes be­ste­hen. Das sind zufällig aus­gewählte Bürger_in­nen, die ge­mein­sam mit dem Ge­mein­de­rat Vor­schlä­ge zu Sach­the­men aus­ar­bei­ten, eine über­wa­chen­de Funk­ti­on wäh­rend der Pro­jek­tum­set­zung in­ne­ha­ben und die ge­gen­über dem Ge­mein­de­rat ein ver­bind­li­ches Vor­schlags­recht zur The­men­fin­dung be­sit­zen.  In Ge­mein­den mit mehr als 5.000 Ein­woh­nern ge­nügt die For­de­rung durch 2,5 % der Be­völ­ke­rung.
  • In Ge­mein­den mit bis zu 5000 Wahl­be­rech­tig­ten sol­len 10% der Be­völ­ke­rung die Mög­lich­keit haben, die Be­hand­lung eines The­mas im Ge­mein­de­rat er­wir­ken zu kön­nen (Ge­mein­den über 5000 Wahl­be­rech­tig­ten – 5 % der Be­völ­ke­rung). Der/die An­trag­stel­ler_in hat für diese Ge­mein­de­volks­be­geh­ren Re­de­recht im Ge­mein­de­rat
  • Falls 20% der Be­völ­ke­rung zu Sach­the­men eine Volks­ab­stim­mung ver­lan­gen, dann muss der Ge­mein­de­rat diese in die Wege lei­ten.
  • Aus­schüs­se, die ge­setz­lich nicht vor­ge­schrie­ben sind, kön­nen durch Bürger_in­nen­fo­ren zu er­set­zen. Jede Ge­mein­de ent­schei­det selbst, nach wel­chen Re­geln ihre Bür­ger­fo­ren ar­bei­ten und wel­chen Aus­schuss sie durch ein Bür­ger­fo­rum er­set­zen will. Diese Art der bür­ger­li­chen Mit­ge­stal­tung, die in ein­zel­nen Ge­mein­den be­reits prak­ti­ziert wird, ist von der gel­ten­den Ge­mein­de­au­to­no­mie ge­deckt.

–   Jedes Bür­ger­fo­rum kann seine Be­ra­tungs­er­geb­nis­se durch von ihm be­stimm­te Per­so­nen dar­le­gen und er­läu­tern, bevor dar­über ab­ge­stimmt wird.

–   Das Recht auf In­for­ma­ti­on und Dis­kus­si­on in den Bür­ger­fo­ren steht jedem/jeder Ge­mein­de­bür­ger_in zu.

  • Er­rich­tung eines Ju­gend­ge­mein­de­rats als über­par­tei­li­ches Gre­mi­um. In die­sen Foren darf jeder unter 35 Jah­ren dis­ku­tie­ren und An­trä­ge er­ar­bei­ten. Diese An­trä­ge wer­den von den Ju­gend­li­chen mit­tels Ab­stim­mung ge­reiht und die drei An­trä­ge mit den meis­ten Stim­men wer­den an den GR ge­rich­tet und auch dort von den Ju­gend­li­chen prä­sen­tiert. Der Ge­mein­de­rat ist ver­pflich­tet, sich mit die­sen Vor­schlä­gen aus­ein­an­der­zu­set­zen.