Eltern haben keine Ferien!

7. Juli 2022

Für die meisten Eltern ist die Ferienzeit die stressigste im Jahr. NEOS-Landessprecher Janos Juvan wünscht allen Kindern einen schönen Ferienstart. Die Landesregierung muss allerdings nachsitzen.

Morgen beginnen die Sommerferien in Kärnten. Während sich die Kinder auf die freie Zeit freuen, bedeuten Ferien für die Eltern von Kindern zwischen ein und zehn Jahren enormen Stress. „Ohne die Hilfe von Großeltern, oder Freunden können sich berufstätige Eltern in Kärnten noch immer nicht auf eine ordentliche Kinderbetreuung verlassen“, ärgert sich NEOS-Landessprecher Janos Juvan.

Insbesondere im Kindergarten sind Betreuungen über den Sommer eine logistische Herausforderung. „Das bestehende Angebot reicht einfach bei weitem nicht“ , so Juvan weiter. Laut dem aktuellsten Landesrechnungshofbericht können lediglich 34% der Eltern von Kindergartenkindern Beruf und Familie in Kärnten vereinen – der Österreich-Schnitt liegt deutlich höher (46,8 %).

„In Kärnten haben gerade einmal die Hälfte der Kindergärten an zumindest 47 Wochen im Jahr geöffnet. Wie soll sich das mit 5 Wochen Urlaub ausgehen? Berufstätige Eltern haben keine Ferien“, meint Juvan.

Kinderstipendium ist eine Mogelpackung

Das nun beschlossene Kärntner Kinderstipendium verspricht allen Eltern eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. Die durchschnittlichen Betreuungskosten sollen den Eltern zur Gänze ersetzt werden. Wenn man die bestehenden Herausforderungen und das beschlossene Paket ansieht, stellt man rasch fest: Das Kinderstipendium ist eine Mogelpackung. Die Eltern brauchen eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung, die an ausreichend vielen Wochen im Jahr und zu ausreichenden täglichen Öffnungszeiten zur Verfügung steht. Die Kindergärten brauchen personelle und finanzielle Ressourcen, um die Qualität der Betreuung auf höchstem Level sicherstellen zu können. Juvan: "Statt der besten Kinderbetreuung hat das Land Kärnten mit dem Kinderstipendium nun aber einfach nur eine Schein-Kinderbetreuung geschaffen. Das ist eine Mogelpackung und geht am eigentlichen Bedarf weit vorbei."

Einmal mehr insistiert Juvan deshalb auf die Erstellung eines umfassenden Stufenplans, in dem klar die Ziele – wie die Adaptionen des Betreuungsschlüssels und der Ausbau der Ganzjahresbetreuung – formuliert sind und insbesondere auch die Schritte, die es in den kommenden Jahren zu setzen gilt, um diese Ziele auch tatsächlich zu erreichen.

„Ich wünsche allen Kindern und Eltern einen schönen Ferienstart. Die herrschende Landespolitik hingegen muss nachsitzen und endlich einen umfassenden Plan entwickeln. Denn neben den Eltern, Pädagog_innen und Arbeitgeber_innen sind am Ende des Tages die Kinder die Leidtragenden. Alle Betroffenen brauchen ganzheitliche Lösungen und zielgerichteten Geldeinsatz für den Ausbau der Strukturen statt einfach immer nur noch mehr Geld mit der Gießkanne auszuschütten.“