Neubewertung des Gefahrenzonenplans nötig!

22. Juli 2022

Die Intensität der Unwetter nimmt stetig zu – mit verheerenden Ausmaßen für die Bürger_innen. Juvan: „Es ist auch ein Versäumnis der Politik, wenn ganze Hausreihen weggeschwemmt werden. Wir brauchen jetzt  Konsequenz in Sachen Bodenverbrauch und Widmungen. Wir fordern eine Neubewertung der Gefahrenzonenplanung und Bauvorschriften in Kärnten!“

Das Gegendtal, das Gurktal, gestern auch Radenthein – die Kärntner_innen werden immer häufiger von intensiven Unwettern samt verheerenden Ausmaßen gebeutelt. „Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die in letzter Zeit und gestern stark vom Unwetter getroffen wurden“, sagt NEOS-Landessprecher Janos Juvan. Gleichzeitig ist für ihn die offen zur Schau gestellte Betroffenheit der Politiker_innen scheinheilig, da sie in den letzten Jahren nichts getan haben, um solchen Katastrophen vorzubeugen.

Heftige Wetterkapriolen sind in Kärnten in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder aufgetreten. Doch es ist nicht zu leugnen, dass deren Intensität konstant zunimmt. Insbesondere die Häufigkeit nimmt nach ausgedehnten Hitzephasen zu und tritt zudem früher im Jahr auf. „Das bestätigen auch immer wieder Klimatologen wie z.B. von der ZAMG in Medienberichten. Zudem ist Fakt, dass die mittleren Sommertemperaturen in Südösterreich seit 1970 um drei Grad und die Zahl der Hitzetage in 20 Jahren von 5 auf über 20 Tage gestiegen sind“, erläutert Juvan. Für ihn ist unverständlich, warum die Kärntner Politik aufgrund der Faktenlage in Sachen umfassendem und langfristigem Umweltschutz immer noch so sehr auf der Bremse steht.

Treffen in gelber Zone: 
Neubewertung des Gefahrenzonenplans

„Politisch gab es in den letzten Jahrzehnten viele Versäumnisse. Vor allem durch inkonsequente Widmungen sowie Bauvorgaben zahlreicher Objekte in gelben und roten Zonen bekommt die Bevölkerung immer wieder die Rechnung präsentiert“, so Juvan. Vor zwei Jahren standen immer noch 3.600 Häuser in der roten Zone, 11.000 in der gelben.

Wohl wissend, dass Bereiche durch zunehmende Verdichtung und Verbauung auch erst später nach einem Hausbau zum Gefahrengebiet werden können, fordert Juvan viel konsequentere Bauvorschriften bzw. auch Kontrollen ein. „Das Schadensgebiet in Treffen reichte bis in die gelbe Zone hinein. Wir fordern, dass die Gefahrenzonenplanung in Kärnten als auch die Bauvorschriftsvorgaben neu bewertet werden! Die Novelle der Kärntner Raumordnung kann nur ein erster Schritt gewesen sein und ist alleine nicht ausreichend.“ 

Juvan fordert die Landesregierung auf, das Thema Umwelt- und Klimapolitik endlich konsequent und priorisiert zu behandeln. „Verdichtung, saubere Mobilität, erneuerbare Energien – die aktuelle Landesregierung scheint nicht hinterherzukommen. Auf allen Ebenen wird an einigen wenigen Stellschrauben gedreht, aber ein umfassender Plan mit klar definierten Zielen fehlt. Ich vermisse den Mut, für unsere Umwelt und die Kärntner_innen endlich die großen Schritte zu setzen, die vielleicht politisch weh tun, aber bitter nötig sind.“