NEOS Klagenfurt

Kinderbetreuung muss mit Stadtentwicklung mitwachsen!

07. May 2020

Lausegger: „Jetzt schon gibt es immer wieder Engpässe bei Kinderbetreuungsplätzen in Klagenfurt, bestehende Angebote werden Entwicklungen durch neue Wohnbau-Projekte wie BKS, Neuner-Areal und hi Harbach nicht mehr abdecken können.“

Ende April ist der Spatenstich für das Vorzeigeprojekt Smart-City „hi Harbach“ erfolgt, schon deutlich sieht man jetzt mit den Aushebungen des Erdreichs erste Veränderungen, die in diesem Stadtteil entstehen werden. Am 10. März legte Wohnbaureferentin Gaby Schaunig (SP) in einer Regierungssitzung die Förderansuchen für die ersten zwei Baustufen von „hi Harbach“ zur Beschlussfassung vor. Zunächst für 180 Wohnungen, insgesamt werden im Stadtteil Harbach dann 850 moderne und leistbare Wohnungen entstehen.

Die NEOS-Regionalkoordinatorin für Klagenfurt, Petra Lausegger, appelliert: „Bei diesem Vorzeigeprojekt werden neben Energie- und Mobilitäts-Innovation auch das betreute Wohnen und generationsübergreifende Miteinander in den Fokus gestellt. Allerdings wurde bis jetzt noch nicht verlautbart, wie es dann mit zusätzlichen Kinderbetreuungsplätzen für diesen Stadtteil aussieht, der enorm wächst.“

Engpässe zeigen
Handlungsbedarf auf

Schon jetzt komme es laut Lausegger oft zu Betreuungs-Engpässen, wie etwa in Kindergärten, Krabbelstuben wie auch Hort in mehreren Stadtteilen in Klagenfurt. „Aus Respektsgründen gegenüber der Einrichtungsbetreiber führe ich keine konkreten Beispiele an, auch wenn sie mir bekannt sind.

Aber Mütter, die beispielsweise arbeitssuchend sind oder deren Karenz mitten in einem Schuljahr endet, erhalten keinen Betreuungsplatz. Dieser wird nur mit aufrechter Arbeitszeitenbestätigung gewährt“, zeigt Lausegger auf.

Kindergarten in Zuzugsgebiet
auf Stand von 1989

Lausegger erläutert, wie wichtig der Ausbau an wohnortnaher Kinderbetreuung parallel zur Stadt- respektive Wohnbauentwicklung in Klagenfurt ist: „Seit Anfang der 90er hat sich zum Beispiel der 5. Stadtteil Klagenfurts, die St. Veiter Vorstadt, von einem Gewerbe- und landwirtschaftlich genutzten Gebiet zu einer Wohngegend entwickelt.

Ein Kindergarten dort ist beispielsweise auf dem Stand von 1989 und wurde nie ausgebaut. Auf den erhöhten Bedarf an Betreuungsplätzen wurde keine Rücksicht genommen. Das Neuner-Areal, auf dem nun ebenso Wohnprojekte geplant sind, liegt – wenngleich auch einem anderen Stadtteil zugeordnet - 200 Meter Luftlinie entfernt. Und auch die BKS baut nun auf dem St. Veiter Ring, Ecke Morogasse, einen zweiten Wohnkomplex.“

Stattdessen sei der Kindergarten im Rauscherpark geschlossen worden, der ebenso noch in dieses Einzugsgebiet fallen würde. 

Lausegger ergänzt: „Feschnig hat beispielsweise gar keinen eigenen Kindergarten, die nächstgelegenen sind Annabichl, Morogasse oder Feldkirchnerstraße.“

Natürlich sehe sie das Bemühen der Stadt Klagenfurt und anderer Trägereinrichtungen, das Angebot sicherzustellen. Allein im vergangenen Jahr wurden in der Feldkirchner Straße innerhalb der Räumlichkeiten des bestehenden Kindergartens sowie in Fischl zwei neue städtische KiTa-Gruppen geschaffen, auch ein privater Betreiber hat 30 Plätze aufgestockt.

„Doch generell – und das wissen auch alle Träger – wird die Kinderbetreuung in den kommenden Jahren ausgebaut werden müssen“, sagt Lausegger.

Nachmittagsbetreuung im Schulbereich hat sich vervielfacht 

Massiv gestiegen ist vor allem auch der Bedarf der Hort- und Nachmittagsbetreuung in den Schulen, im vergangenen Jahr lag allein die Stadt Klagenfurt bei 1.200 Kindern. Lausegger: „Wenn dann in gewissen Kindergärten und Horten ein Aufnahmestopp für Kinder eingeführt wird, zeigt das, wie viele Kapazitäten hier noch verfügbar sind.“

Neben dem Ausbau städtischer Einrichtungen und anderer Trägerorganisationen wie Caritas und Hilfswerk solle man auch den Ausbau externer Anbieter forcieren. „Punktuelle und qualitative Angebote, die den Bedarf zielgerichtet abdecken können, werden in Zukunft auch eine große Rolle spielen“, so Lausegger.

Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr!

Auch NEOS-Kärnten-Landessprecher Markus Unterdorfer-Morgenstern weiß: „Für Frauen, die rascher wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, ist es häufig ein Spießroutenlauf, einen geeigneten Betreuungsplatz zu erhalten.“ 

NEOS setzen sich schon lange dafür ein, dass Frauen einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag bekommen. Das bedinge natürlich den flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen – mit einem besseren Betreuungsschlüssel und Ganztagesplätzen, mit der Aufwertung von Ausbildung und Bezahlung in den Kinderbetreuungsberufen.

„Nur so können Frauen in ihrer Berufstätigkeit und damit auch in ihrer persönlichen Selbstbestimmtheit unterstützt werden.“ Denn der Trend gehe dahin, dass Frauen früher wieder in das Erwerbsleben einsteigen, nicht zuletzt auch durch die Möglichkeit des einjährigen, berufsbezogenen Karenzmodells.