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Offene Schulen in Kärnten bald nicht mehr möglich?

Schulen und Kindergärten so lange wie möglich offen halten – so lautet die Devise von vielen und auch NEOS setzten sich samt Lösungsvorschlägen gegen Schulschließungen ein, die vor allem zu Lasten der Kinder gehen würden.

Doch immer wieder erreichen NEOS Kärnten Besorgnis erregende Meldungen von Eltern, Lehrer_innen und Schulleiter_innen, denn ein geregelter Schulbetrieb ist vielerorts bereits jetzt kaum noch möglich. Wie es sich in den letzten Wochen bereits im Gesundheitswesen gezeigt hat, offenbart Covid-19 nun auch die Systemfehler, wenn es um Schulen geht.

Den Sommer verbrachten die meisten unbehelligt von der Corona-Pandemie und offensichtlich auch die Österreichische Bundesregierung. „Statt Pläne für den Herbst und Winter zu erarbeiten und Vorbereitungen zu treffen, waren die Regierungsverantwortlichen scheinbar auch in der Sommerpause“, wundert sich Angelika Matitz, NEOS-Regionalkoordinatorin im Gailtal. „An unseren Schulen äußert sich dies nun durch einen akuten Personal und Ressourcenmangel!“, betont sie.

„Wenn Lehrer wegen eines Coronafalls in der Klasse in Quarantäne gesteckt werden und diese trotz negativem Testergebnis aussitzen müssen, werden bald keine Lehrer mehr in den Schulen überbleiben, die unseren Kindern etwas beibringen“, erklärt Matitz. In einer Lesachtaler Schule hatte man bereits den Fall, dass nur noch drei Lehrer_innen für vier Klassen übrig waren.

Und auch ein Schuldirektor im Gailtal zeigt sich besorgt ob des Mangels an Personal. „Er will die Schule ja offenhalten, aber fürchtet, dass er einfach bald keine Lehrkräfte mehr hat, welche die Schüler beaufsichtigen und unterrichten können“, so Matitz, die nachvollziehen kann, unter welchem Druck Schulleiter_innen derzeit stehen.

Keine Vorbereitungen
und keine Unterstützung

Dass mit Begin der kalten Jahreszeit die Infektionszahlen wieder steigen würden, war von Anfang an abzusehen und Experten warnten bereits im Frühjahr davor. Umso verwunderlicher ist es nun, dass offenbar kaum Vorbereitungen für einen zweiten Lockdown bzw. ein zweites Homeschooling getroffen wurden. Es wurde nach Matitz‘ Ansicht auf Bundesebene einfach nicht rechtzeitig für einen „Notbetrieb“ vorgesorgt und Pläne dafür müssen nun auf regionaler Ebene auf den letzten Drücker erstellt werden. Besonders im ländlichen Bereich spüre man zudem den Mangel an digitaler Infrastruktur. „Man kann auch nicht davon ausgehen, dass jede Familie einen Drucker zu Hause hat und Arbeitsblätter für die Schüler_innen im Homeschooling ausdrucken kann“, weiß Matitz.

Hinzu kommen jahrelange Einsparungen im Bildungssystem, die sich nun sehr deutlich bemerkbar machen. „Die Schulen haben kein Budget, um Lehrer mit digitalen Hilfsmitteln auszustatten oder Personalressourcen aufzubauen. Im Gegenteil: Bei den Lehrer_innen wurde über Jahre hinweg immer wieder eingespart. Wenn Lehrer_innen nun in Quarantäne müssen, herrscht Personalmangel an den Schulen. Und das geht wiederum zu Lasten unserer Kinder.“, erklärt die NEOS-Regionalkoordinatorin und Mutter.

„Wir NEOS setzen uns ganz klar für eine Offenhaltung der Schulen und Kindergärten ein. Genau dafür haben wir auch eine Petition gestartet, mit der jede Österreicherin und jeder Österreicher diese Forderung unter www.offeneschulen.at unterstützen kann. Doch uns muss auch klar sein, dass es ohne die notwendigen Ressourcen, vor allem im Bereich des Personals, ein Ding der Unmöglichkeit sein wird.“, schließt sich NEOS-Landessprecher Markus Unterdorfer-Morgenstern den Bedenken von Angelika Matitz an.

„Wir müssen - trotz Corona-Krise - alles tun, um unseren Kindern den Zugang zu Bildung zu geben. Wir rauben ihnen sonst ihre Zukunft! Außerdem muss alles unternommen werden, um Lehrerinnen und Lehrer, die täglich mit vielen - nicht selten über 100 - Kindern in Kontakt sind, vor einer Ansteckung zu schützen! Die Einsatzbereitschaft und Flexibilität der Pädagoginnen und Pädagogen darf nicht an fehlender Schutzausrüstung scheitern. Jede Investition in Bildung ist eine Investition in unsere Zukunft!“, ergänzt Janos Juvan, NEOS-Spitzenkandidat in Klagenfurt.

"In vielen Schulen fehlt es an digitalen Ressourcen und Personal." wissen Angelika Matitz und Markus Unterdorfer-Morgenstern.

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