es braucht rasche hilfe!

Fehlender Öffnungsfahrplan für Schulen führt zu Unsicherheiten und Belastungen

20. April 2020

NEOS-Regionalkoordinator Zebedin: „Begrüßen Vorstoß der Stadt Villach, Vertrauenspersonen für Eltern installieren zu wollen. Dabei ist jedoch die Wahrung der absoluten Anonymität und die Unabhängigkeit von der Institution Schule oberstes Gebot. Beim Hochfahren des Schulbetriebs wird das Know-how der Schulpsychologen zudem unabdingbar sein.“ 

Vertrauensperson in Corona-Zeiten besonders wichtig

„Die Situation wird für Eltern, Kinder, aber auch Pädagogen immer dramatischer“, zeigt sich Heidi Krammer, Obfrau eines Elternvereins in einer Villacher Volksschule, besorgt. Krammer ist auch diplomierte Elterntrainerin und zeigte bereits vor Ostern gemeinsam mit NEOS-Villach-Regionalkoordinator Bernhard Zebedin große Herausforderungen im Homeschooling-Bereich auf, vor allem die unterschiedlichen Verhältnisse in punkto Erreichbarkeit der Pädagogen und oft geringe Interaktion mit Eltern wie auch Schülern, da einfachste technische Mittel an den Schulen selbst fehlen.  
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NEOS in Villach präsentierten vergangene Woche eine rasche, unbürokratische Lösung, diese Situation – gemeinsam mit dem Villacher Unternehmen „HostProfis“ – zu verbessern.

Doch, so Krammer: „Es ist noch immer unklar, wann und in welcher Form die Schulen wieder geöffnet werden. Es gibt, auch daraus resultierend, so viele Fragen und Unsicherheiten, vor denen Eltern mittlerweile stehen.“ 
Deshalb sei es umso wichtiger, so schnell wie möglich Vertrauenspersonen zu installieren, an die Eltern sich – unter Wahrung der Anonymität – wenden können.

„Denn viele Eltern haben Angst, offen ihre Sorgen und Probleme kundzutun“, ergänzt Krammer, die diesen Appell schon Ende vergangener Woche auch bei der Stadt Villach respektive Bildungsreferentin und Vize-Bürgermeisterin Irene Hochstetter-Lackner deponiert hat.

Vertrauenspersonen müssen unabhängig sein und Anonymität wahren

NEOS-Regionalkoordinator Zebedin begrüßt den nunmehrigen Vorstoß der Villacher Vize-Bürgermeisterin in diese Richtung: „Am Wochenende hat sie sich in einem Artikel der Kleinen Zeitung für eben solche Vertrauenspersonen an den Schulen ausgesprochen. Allerdings ist eine solche Vertrauensstelle nur dann sinnvoll, wenn Eltern absolute Gewissheit haben, dass ihre Anonymität gewahrt wird, sonst wird sie nicht angenommen werden.“

Aus diesem Grund schlägt Zebedin vor, eine schulunabhängige Vertrauens- respektive Ombudsstelle seitens der Stadt Villach einzurichten. „Im Idealfall setzen sich die Vertreter der Stadt Villach mit Vertretern der Elternvereine an einen Tisch und binden sie partizipativ mit ein. So kann auf Basis eines gemeinsamen Konsens dann eine schulunabhängige Vertrauensstelle auf Gemeinde-Ebene installiert und den Eltern geholfen werden.“ 

Zebedin: „Bei Hochfahren nicht auf psychologische Komponente vergessen“

Je länger diese Situation andauert, desto schwieriger wird auch die soziale Re-Integration der Kinder in das Bildungssystem, sind Zebedin und Krammer überzeugt. Krammer: „Gerade für Sechs- bis Zehnjährige sind Lehrer wichtige Bezugspersonen. Nach und nach gehen dieses Vertrauen und diese Bindung aber nun verloren und man wird sie mühevoll und zeitintensiv wieder von Grund auf festigen müssen.“ 
Umso dringlicher appelliert sie an eine Unterstützung durch Experten, wenn die Volksschulen wieder hochgefahren werden. Zebedin: „Schulpsychologen leisten hervorragende Arbeit und sollten in diesen Prozess verstärkt eingebunden werden. Sie können mit ihrem Fach-Knowhow Kinder und Pädagogen unterstützen.“ 

Zebedin appelliert, solche Aspekte jetzt bereits mitzuberücksichtigen, damit es zu keinem personellen Engpass komme und die Experten flächendeckend helfen können: „Die Schulpsychologie Villach beschäftigt vier Psychologen, in Villach-Stadt gibt es allein 13 Volksschul-Standorte, in Villach-Land 32.“

Unterdorfer-Morgenstern: „Schulöffnungs-Fahrplan für die Kleinsten nun essenziell!“

Auch NEOS-Landessprecher Markus Unterdorfer-Morgenstern kritisiert die von Tag zu Tag größer werdende Unsicherheit sowohl bei Eltern und Kindern als auch den Pädagogen und einzelnen Schulen: „Es gibt seitens der Regierung noch immer keine konkreten Informationen und Fahrpläne, wie Kindergärten und Schulen wieder hochgefahren werden sollen. Vor allem bei den Kleinsten, den bis Zehnjährigen, ist das aber höchst an der Zeit, zumal noch viele Details geklärt werden müssen – von den Gruppengrößen bis hin zu Hygienemaßnahmen.“ 
Für Unterdorfer-Morgenstern sei unverständlich, dass es zwar mittlerweile einen Stufenplan für die Wirtschaft und den Sport gebe, jedoch die Kinder und die Familien bis dato hintangestellt würden. „NEOS werden auf Bundesebene deshalb nicht müde werden, von Bildungsminister Heinz Faßmann einen detaillierten Öffnungsplan für Schulen und Kindergärten einzufordern!

Vor wenigen Tagen haben wir NEOS konstruktiv aufgezeigt, welche vielen Details es hier noch zu klären gilt. Nun gilt es rasch, eine Lösung zu erarbeiten.“