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NEOS-Reformkonzept zum Kärntner Gesundheitssystem

Ausgangslage: Kärnten steckt sehr viel Geld in ein System, mit dem alle unzufrieden sind 

Vgl. Kronen Zeitung vom 4. September 2026
https://www.krone.at/4280962

(Vgl. Kronen Zeitung vom 4. September 2026 https://www.krone.at/4280962)

„Kärnten steckt jedes Jahr enorme Summen in ein Gesundheitssystem, in dem Kassenärzte fehlen, Wartezeiten lang sind, Ambulanzen überfüllt sind, und Ärzte am Limit arbeiten. Wir brauchen endlich ein modernes, durchdachtes Gesundheitssystem in Kärnten.“ 

Es herrscht große Unzufriedenheit mit dem Kärntner Gesundheitssystem. Patientinnen und Patienten sind unzufrieden, weil sie immer schwerer Kassenärzte finden, immer länger auf Termine warten und vielfach ins private System flüchten müssen – und damit doppelt zur Kasse gebeten werden. An Tagesrändern, in der Nacht und am Wochenende stehen nur die Krankenhäuser für gesundheitliche Anliegen zur Verfügung, die Ambulanzen sind überfüllt. Auch Beschäftigte in Gesundheitsberufen sind unzufrieden mit dem System, wie sich zuletzt wieder im Klinikum Klagenfurt gezeigt hat. Und das alles, obwohl Kärnten extrem viel Geld in den Gesundheitsbereich steckt und elf Krankenhäuser im Bundesland finanziert.  

Wie ein Gesundheitssystem besser funktionieren kann, zeigt ein Blick in die skandinavischen Länder. Dänemark beispielsweise hat 21 Spitäler im ganzen Land (bei einer Bevölkerung von 6 Millionen Menschen) und setzt stark auf Primärversorgungszentren und Hausarztpraxen, die beispielsweise auch über Röntgengeräte oder Räume für kleinere Eingriffe verfügen. Und das ist erfolgreich: Die Dänen haben mehr gesunde Lebensjahre als die Österreicher:innen, und das bei deutlich niedrigeren Kosten für das Gesundheitssystem pro Kopf. Das zeigt: Die Qualität eines Gesundheitssystems misst sich nicht daran, wieviel Geld ins System gesteckt wird und wie viele Krankenhäuser betrieben werden, sondern wie durchdacht das Gesundheitssystem aufgebaut ist. Auch Prävention hat im dänischen Gesundheitssystem einen hohen Stellenwert, während die Gesundheitsversorgung hierzulande stärker auf Reparaturmedizin ausgerichtet ist und echte Anreize zur Prävention fehlen.  

 

Der NEOS-Reformvorschlag: Schnelle, wohnortnahe Versorgung bei alltäglichen Gesundheitsanliegen, Spitzenmedizin bei komplexen Herausforderungen 

„Bei Primärversorgungszentren ist die Landesregierung Ankündigungsweltmeisterin. Tatsächlich gibt es in ganz Kärnten erst eines. Wir müssen endlich vom Schneckentempo auf die Überholspur wechseln.“  Tatsächlich gibt es aber aktuell (Stand: 02.09.2026) ein einziges Primärversorgungszentrum in Kärnten, und zwar das Medineum in Klagenfurt, geöffnet Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr, am Wochenende geschlossen. In Bau befindlich sind lediglich vier weitere Primärversorgungszentren in Villach, Wolfsberg, Spittal an der Drau und Bleiburg. Gleichzeitig haben viele Kärntnerinnen und Kärntner Schwierigkeiten, überhaupt noch einen Kassenarzt zu finden, und sind mit langen Wartezeiten konfrontiert.  

Wir fordern drei moderne Primärversorgungszentren pro Bezirk, die rund um die Uhr geöffnet sind. Das verkürzt Wartezeiten, wirkt dem Kassenarztmangel entgegen und entlastet die Spitalsambulanzen.“  

 

Zumindest eines davon soll auch an Tagesrandzeiten, am Wochenende und für Notfälle auch in der Nacht geöffnet haben, also eine 24 Stunden-, 7 Tage die Woche-Versorgung anbieten.

Die Vorteile:

Schnelle, wohnortnahe Versorgung bei alltäglichen Gesundheitsanliegen rund um die Uhr 

95% der Kärntnerinnen und Kärntner können eines der Primärversorgungszentren innerhalb von maximal 20 Minuten mit dem Auto erreichen. 

Ein massiver Ausbau moderner kassenärztlicher Versorgung in allen Bezirken 

Schnellere Termine, kürzere Wartezeiten  

Eine massive Entlastung der deutlich teureren Spitalsambulanzen, da am Abend, in der Nacht und am Wochenende ein Ansprechpartner im niedergelassenen Bereich für Gesundheitsanliegen bereitsteht. Wer also am Sonntag einen Wespenstich abklären lassen will, muss dafür nicht mehr in die Spitalsambulanz.

Attraktive Arbeitsbedingungen gerade für junge Ärztinnen, Ärzte und Beschäftigte im Gesundheitsbereich, da Vertretungen, Karenz oder Teilzeit im Primärversorgungszentrum gut organisiert werden können und auch die wirtschaftliche Verantwortung geteilt wird.  

Im Bereich der Krankenhäuser sollen das Klinikum Klagenfurt und das Klinikum Villach zu Zentren der Spitzenmedizin ausgebaut werden. Komplexe Materien sollen dort erledigt werden. 

Bereits jetzt ist es so, dass Menschen, die beispielsweise mit einer Krebsdiagnose konfrontiert sind, oder eine künstliche Hüfte bekommen sollen, überlegen, wo sie das am besten machen sollen – und wo lieber nicht. Das kommt nicht von ungefähr. Studien belegen, dass die Ergebnisse in Krankenhäusern besser sind, wo Spezialist:innen im jeweiligen Bereich ganz viele dieser Eingriffe im Jahr durchführen, währenddessen die Qualität sinkt, wenn Eingriffe an einem Krankenhaus sehr selten durchgeführt werden. Gleichzeitig sind in der modernen Spitzenmedizin eine Spezialisierung der behandelnden Ärzte auf immer neue Behandlungsmethoden sowie moderne Geräte notwendig. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, diese komplexen Gesundheitsangebote an zwei Schwerpunktspitälern zu bündeln. Damit diese beiden Krankenhäuser das gesamte Einzugsgebiet Kärntens bei komplexen Gesundheitsproblemen stemmen können, ist ein Ausbau notwendig, der anfangs mit Zusatzkosten verbunden ist, längerfristig aber Geld in den restlichen Spitälern spart.

„Die Akutversorgung muss schnell und wohnortnah sein. Für komplexe Behandlungen wie Krebs, die künstliche Hüfte oder die Operation an der Wirbelsäule, wollen wir Klagenfurt und Villach zu Zentren der Spitzenmedizin ausbauen.“ 

 

Alle anderen öffentlichen Krankenhäuser bieten weiterhin eine Aktuversorgung an. Wer sofort Hilfe braucht, beispielsweise bei einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer Geburt, soll weiterhin jederzeit sein wohnortnahes Krankenhaus aufsuchen können. 

Der erste Kontaktpunkt im Krankenhaus soll nach dem Vorbild Villachs eine Erstversorgungsambulanz sein, in der schnell und unbürokratisch abgeklärt wird, ob das Anliegen in der Erstversorgungsambulanz gelöst werden kann, oder ob der Patient/die Patientin in eine Abteilung des Krankenhauses weitergeleitet werden muss. So wird sichergestellt, dass Fälle, die allgemeinmedizinisch gelöst werden können, in der Erstversorgungsambulanz gelöst werden und nur jene Fälle ins Krankenhaus kommen, die auch wirklich ins Krankenhaus müssen – und dort dann auch dementsprechend rascher behandelt werden können.

Eine punktuelle Spezialisierung an diesen Krankenhäusern kann erhalten bleiben, wenn das Krankenhaus in diesem Bereich bereits jetzt renommiert ist und ein ausgewiesenes Experten-Team im Fachbereich vor Ort ist. 

„Wer eine Krebsdiagnose bekommt oder eine neue Hüfte braucht, überlegt sich sehr genau, in welches Spital er geht - und das aus gutem Grund. Komplexe Eingriffe gehören dorthin, wo Spezialisten sie häufig durchführen. Das kann Leben retten.“ 

 

Ein Beispiel ist die Gailtal-Klinik mit ihrem Schwerpunkt auf neurologische Rehabilitation. Ansonsten sollen sich die Krankenhäuser aber auf eine gute Akutversorgung konzentrieren, statt ein breites Angebot an Abteilungen anzubieten. 

Die Vorteile:

In Akutfällen bieten die bestehenden Krankenhäuser rasche Akutversorgung an.  

Bei komplexen Anliegen bieten ausgewiesene Spezialist:innen Spitzenmedizin auf höchstem Niveau.

Die Wartezeiten, die man heute aus Spitalsambulanzen kennt, sinken deutlich, da Patient:innen mit kleineren Anliegen rund um die Uhr wohnortnahe Primärversorgungszentren zur Verfügung stehen und die Erstversorgungsambulanzen in den Krankenhäusern kleinere Gesundheitsprobleme selbst abarbeiten und nur echte Notfälle ins Krankenhaus weiterschleusen.  

Die Krankenhausärzt:innen beschäftigen sich mit jenen komplexeren Themen, für die sie ausgebildet wurden, teure Krankenhausstrukturen beschäftigen sich nicht mehr mit alltäglichen Anliegen, die im niedergelassenen Bereich problemlos erledigt werden können.  

Bestehende Top-Spezialisierungen, für die die Spitäler über ihre Versorgungsregion hinaus bekannt sind, bleiben erhalten. Es bietet aber nicht mehr jedes Spital ein breites Portfolio an Abteilungen an, in denen bestimmte Behandlungen und Eingriffe zu selten durchgeführt werden, um hier auf modernstem Stand zu sein und beste Qualität liefern zu können.

„Niemand will sich das Knie von einem Arzt operieren lassen, der das nur zwei Mal im Jahr macht. Für einen Top-Spezialisten, der das ständig macht und in diesem Bereich am neuesten Stand ist, fährt man gerne etwas länger.“ 

 

Ausblick: Kluge Reformen statt Vogel-Strauß-Politik 

„Die Landesregierung traut sich über eine echte Reform des Gesundheitswesens nicht drüber, um niemanden im System zu verärgern." 

 Allen voran die Landesregierung traut sich aus Angst vor Widerständen nicht, das Thema wirklich anzupacken und zu überlegen, wie das Gesundheitssystem qualitativ besser und gleichzeitig langfristig finanzierbar aufgestellt werden könnte. Stattdessen lässt man die Strukturen unangetastet, führt maximal kleine, kosmetische Änderungen durch und versucht ansonsten, sich mit Ankündigungs- und Symbolpolitik über das Thema „drüber zu retten“. 

"Wir NEOS sagen: Es ist Zeit für ein modernes Gesundheitssystem, das den Menschen bessere Qualität liefert, und gleichzeitig langfristig leistbar bleibt." 

„Ich erwarte mir von der Landespolitik, dass sie aufhört, nur aufs nächste Wahlergebnis zu schielen, und endlich anfängt, das beste Gesundheitssystem für die Kärntnerinnen und Kärntner zu bauen.“  

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