
Juvan zu neuer Überstundenaffäre: „Im Umfeld von Scheider tummeln sich die Überstundenkaiser“

Am 14. September heißt es für Kärntens Schülerinnen und Schüler wieder „Back to School“. Während Eltern die letzten Hefte und Stifte besorgen, könnten Klagenfurter Schulkinder mancherorts noch zwei weitere Dinge brauchen: Schutzhelm und Gummistiefel.
Denn in Klagenfurts Schulen stürzen Decken ein, durch undichte Dächer dringt Wasser. Die Probleme sind seit Langem bekannt. Doch anstatt sie gemeinsam zu lösen, schieben sich die zuständigen Stadträte Julian Geier – verantwortlich für die Erhaltung der Schulgebäude – und Bildungsstadtrat Ronald Rabitsch gegenseitig die Verantwortung zu.
NEOS Klagenfurt-Klubobmann Janos Juvan bei der heutigen Pressekonferenz: „Während Klagenfurts Schulen verfallen, streiten die zuständigen Stadträte darüber, wer verantwortlich ist. Statt den Sanierungsstau gemeinsam zu beseitigen, schieben sie einander den Schwarzen Peter zu – auf Kosten unserer Kinder.“
Die Stadtregierung scheint notwendige Sanierungen bis nach der Gemeinderatswahl 2027 aufzuschieben. Im Budgetvoranschlag für 2026 sind lediglich 30.000 Euro für auslaufende Maßnahmen an der Volksschule Hörtendorf und 2,2 Millionen Euro für die Mittelschule St. Peter vermerkt.
Allein für die Mittelschule St. Peter wird der Investitionsbedarf von der Stadt jedoch mit 27,5 Millionen Euro beziffert. Rund 25 Millionen davon sollen, wenn überhaupt, erst ab 2027 fließen – und werden damit wohl an die nächste Stadtregierung weitergereicht.
„Bis zur Wahl werden offenbar nur die dringendsten Löcher gestopft. Den großen Sanierungsstau schiebt man auf den Sankt-Nimmerleins-Tag“, kritisiert Juvan.
Dabei besteht an fast allen Klagenfurter Schulen Investitionsbedarf. NEOS-Bildungssprecherin Iris Glanzer, selbst Volksschullehrerin in Klagenfurt, kennt die Situation aus dem Schulalltag: „Wenn es stark regnet, tropft es in manchen Schulen von der Decke. Wenn es draußen heiß ist, wird das Klassenzimmer zum Backofen. Und manche sitzen auf Möbeln, auf denen schon ihre Großeltern gesessen sind. Das sind keine Kleinigkeiten. Das ist der Alltag vieler Kinder.“
NEOS Klagenfurt fordert eine umfassende Sanierungs- und Modernisierungsoffensive für alle städtischen Schulen. Dazu gehören auch wirksamer Hitzeschutz sowie zeitgemäße Räume für Unterricht, Nachmittagsbetreuung und Freizeit.
„Schule endet heute nicht mehr zu Mittag. Wer einen großen Teil seines Tages in der Schule verbringt, braucht mehr als ein Klassenzimmer, nämlich Raum für Lernen, Spielen und Wohlfühlen“, so Glanzer.
Die notwendigen Investitionen kann Klagenfurt angesichts seiner Finanzlage nicht allein stemmen. Juvan erneuert daher seine Forderung nach einer Zusammenarbeit mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Sie verfügt über Erfahrung, Know-how und die nötige Finanzierungskraft für moderne Bildungsbauten. Die von der BIG errichteten oder sanierten Gebäude würde die Stadt anschließend mieten – ein Modell, das bei Bundesschulen längst etabliert ist.
„Klagenfurts Finanznot darf nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden. Sichere und moderne Schulen sind keine Kür, sondern eine zentrale Aufgabe der Stadt. Mit der BIG liegt ein realistischer Lösungsweg auf dem Tisch. Die Stadtregierung muss ihn endlich ernsthaft prüfen“, so Juvan abschließend.