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Schwierige Themen können auch die Chance für große Lösungen sein

Die Umbenennung des Loreleistegs in Gert-Jonke-Steg darf das offene Thema der kritischen Straßennamen in Klagenfurt nicht beiseiteschieben.

Es ist eine große Anerkennung für Gert Jonke, dass seiner großartigen Arbeit mit der Umbenennung des Loreleistegs in Gert-Jonke-Steg Rechnung getragen wird. Erfreulich dabei ist insbesondere, dass mit der Familie Rücksprache gehalten und dem Wunsch der Witwe nachgekommen wurde. 

Das Ganze darf aber nicht davon ablenken, dass wir in Klagenfurt ein Problem haben, dass seit Jahrzehnten vor sich hergeschoben wird: Nämlich, wie der Erinnerungs- und Gedenkbeirat bestätigt, es rund 45 Straßennamen gibt, die kritisch zu beurteilen sind, weil ihre Namensgeber mehr oder weniger mit dem Nationalsozialismus in Verbindung stehen.

Sowohl die Historikerkommission, als auch der Erinnerungs- und Gedenkbeirat sprechen sich dafür aus, dass es hier nicht zu einer Umbenennung kommt. Abgesehen von einem administrativen, organisatorischen und finanziellen Aufwand, wäre eine Umbenennung einer Verdrängung gleichzusetzen, dass auch in Klagenfurt Menschen gelebt haben, die aktiv für das Nazi-Regime gewirkt haben.

Optimaler Zeitpunkt für Klagenfurts Vorreiterrolle in der Erinnerungskultur

 Genau jetzt ist der der richtige Zeitpunkt, an dem Klagenfurt dieses Thema aufarbeiten kann. Es ist die Chance für unsere Stadt eine Vorreiterrolle einzunehmen, nachdem Österreich bekanntlich lange Schwierigkeiten damit hatte, die eigene Rolle im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus zu finden. Und auch heute noch ist das Thema „Straßennamen mit NS-Bezug“ in vielen Österreichischen Orten und Städten nicht gelöst.

„Das es endlich dazu kommt, wäre bestimmt auch ganz im Sinne des erst kürzlich verstorbenen und hochverehrten Hugo Portisch - der wahrscheinlich die wichtigste und prägendste Figur in diesem Zusammenhang der österreichischen Geschichte war - wenn Klagenfurt hier eine Vorreiterrolle einnehmen würde und als erste Stadt in Österreich eine umfassende Lösung erwirkt“, so Juvan.

 Dies wäre möglich, indem man bei sämtlichen Straßennamen unter Zuziehung der technischen Möglichkeiten (QR-Code und App), die Möglichkeit schafft umfangreiche Informationen zu erhalten, zum Beispiel woher diese Straßennamen stammen, welche Personen sich dahinter verbergen und auch welche kritischen Zusammenhänge es hier eventuell gibt. Über entsprechendes Info-Material verfügt die Stadt in Form eines eigenen Buches bereits. „Dies wäre eine entscheidende Erweiterung im Sinne der Aufklärung für den Bereich Bildung, insbesondere für Schulen und im universitären Bereich und ließe sich laufend ergänzen und erweitern. Aber auch für den Tourismus könnte dies ein echter Mehrwert sein, da damit schnell ein interessanter Bezug unserer Gäste mit unserer Stadt hergestellt werden kann“, schließt Juvan. 

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