Attraktive Lehre: Betriebe brauchen rasch Lösungen für mehr Fachkräfte von morgen

2. August 2022

Auf eine Lehrstelle kommen in Kärnten 0,5 Bewerber_innen. NEOS-Chef Janos Juvan besuchte mit NR-Abg. und NEOS-Lehrlingssprecher Yannick Shetty vergangene Woche u. a. die Unternehmensgruppe Hirsch Servo, um über Herausforderungen und Lösungen für Betriebe zu diskutieren, denen die Fachkräfte der Zukunft ausgehen.

Vergangene Woche tourte NEOS-Lehrlingssprecher, NR-Abg. Yannick Shetty gemeinsam mit NEOS-Landessprecher Janos Juvan durch Kärnten, um Lösungen für die aktuellen Herausforderungen in der Lehre zu präsentieren. Und – um direkt vor Ort bei den Lehrlingsbetrieben und Lehrlingen über deren Herausforderungen zu diskutieren.

Die Hirsch Servo Gruppe in Glanegg bildet derzeit 17 Lehrlinge aus. Die Unternehmensgruppe mit insgesamt rund 1.700 Mitarbeitern und 30 Produktionswerken in neun Ländern ist auf Verpackungen und Dämmstoffe sowie Maschinen- und Formenbau spezialisiert. 
In dem Unternehmen haben junge Menschen viele Ausbildungsmöglichkeiten und können eine Lehre zum und zur Mechatroniker_in, Maschinenbautechniker_in, Maschinenbaukonstrukteur_in, Prozesstechniker_in, Bürokaufmann/-frau, Finanz- und Rechnunswesenassistent_in, Betriebslogistikkaufmann/-frau, Einkäufer_in oder Großhandelskaufmann/-frau absolvieren. In der Lehrlingssuche nützt man mittlerweile vielfältigste Möglichkeiten, um Lehrlinge zu finden und über die Ausbildung in insgesamt zehn Berufsbildern zu informieren – von der Präsenz in Schulen über Social Media, diversen Messen, Werbung und Pressearbeit.

Shetty informiert: „Ich spreche in ganz Österreich mit vielen Unternehmer_innen. Sie beschäftigt unter anderem das unterschiedliche Ausbildungsniveau der Bewerber_innen und dass die Lehre für Jugendliche nicht so attraktiv zu sein scheint, wie eine akademische Ausbildung.“ 

Im Gespräch informiert CEO Harald Kogler, dass es aktuell sehr schwierig sei, Fachkräfte zu finden. Und das, obwohl das Unternehmen sehr engagiert in der Lehrlingsausbildung ist und ca. 50% der Lehrlinge auch im Betrieb bleiben.

Für Juvan bestätigt das Gespräch mit Kogler, dass rasch Lösungen zur Attraktivierung der Lehre geschaffen werden müssen: „Die Lehre hat das Potenzial, die Ausbildung der Zukunft zu sein. Junge Menschen sind die dringend benötigten Fachkräfte und die Unternehmer_innen von morgen. Die Vorzeichen sind alarmierend, wenn auf eine offene Lehrstelle in Kärnten nur 0,5 Bewerber_innen kommen. Das bedeutet, die Lehre ist aus mehrerlei Gründen nicht attraktiv. Weder für angehende Lehrlinge, noch für Betriebe.“ 

Konkret appelliert Juvan, eine effizientere und individuellere Berufsorientierung in den Schulen im Lehrplan zu implementieren und etwa das Modell der Mittleren Reife einzuführen, das Ausbildungsbetrieben eine einheitliche Grundausbildung der angehenden Lehrlinge garantiert. „Außerdem braucht es bessere Rahmenbedingungen für die Lehre nach der Matura, sodass junge Erwachsene sich es auch leisten können, mit 19, 20 oder auch 30 Jahren eine Fachausbildung in einem Lehrberuf zu machen. In Deutschland liegt der Anteil der Lehre nach Matura bereits bei 30 Prozent.“