Corona-Odyssee geht bei Impfungen weiter: Missbrauch durch fehlende Strategie möglich?

15. Januar 2021

„Bei Corona-Maßnahmen, Lockdown und Co. kennen wir Chaos und unlogische Vorgehensweisen bereits zur Genüge. Doch nun geht die Corona-Odyssee inklusive Pannen auch bei der Impfung weiter“, kritisiert Janos Juvan, NEOS-Spitzenkandidat in Klagenfurt.

Wie die Kleine Zeitung heute Morgen berichtete, wurden Vorwürfe gegen mehrere Pflegeheime in Kärnten erhoben, dass sich auch zahlreiche Angehörige gegen das Virus impfen lassen konnten. Zudem wurden Stimmen aus dem Pflegepersonal laut, dass externe Personen mitunter „für eine kleine Spende“ die Impfung erhielten, so die Kleine Zeitung. Grund dafür ist, dass angebrauchte Impfampullen rasch verimpft werden müssen. Durch die fehlende Impfstrategie bleiben aber häufig einzelne Impfdosen übrig.

„Trotz einer Stellungnahme von offizieller Seite und einer Erklärung, warum zusätzlich 29 externe Personen die Corona-Impfung erhielten, bleibt ein fahler Beigeschmack“, stellt Janos Juvan fest. Laut Land Kärnten wurden in den Pflegeheimen vor allem Angehörige mitgeimpft, dennoch besteht der Verdacht, dass sich aktuell Personen, mit den entsprechend guten Kontakten, vorab eine Corona-Impfung sichern. „Es ist verständlich, dass sich die Menschen schnellstmöglich impfen lassen möchten, trotzdem verdeutlichen diese Vorfälle einmal mehr die Plan- und Strategielosigkeit, wenn es um die Pandemie geht“, betont Juvan. „Das Impf-Chaos scheint aktuell dem Schwarzmarkt Tür und Tor zu öffnen. Es darf keinen Handel mit der Gesundheit der Menschen geben!“ fordert der NEOS-Bürgermeisterkandidat.

Dänemark als Vorbild

„Es gibt genügend gute Vorbilder, wie man jenen, die sich impfen lassen wollen, den Zugang zur Impfung garantieren könnte. Aber bei uns herrscht einfach nur Chaos.“, ärgert sich Juvan. Bis zum Sommer soll zum Beispiel jede Dänin und jeder Däne geimpft sein. Möglich ist das in Dänemark mithilfe des elektronischen Impfpasses, den dort bereits jeder hat, und eines genauen Impfplans. Schon heute weiß jede_r Bürger_in in Dänemark genau, wann er oder sie zur Impfung an der Reihe ist. Mit rund 5,8 Millionen Einwohner ähnelt Dänemark Österreich stark und macht gerade eindrucksvoll vor, wie man strukturiert in dieser Krise vorgeht, so Juvan.

„Eine klare Strategie und ein strukturierter Plan führen in Dänemark ganz klar ans Ziel. Keine Ampulle des empfindlichen Impfstoffes wird ‚umsonst‘ aufgemacht und kann gänzlich verimpft werden, ohne ‚Reservelisten‘ in petto haben zu müssen“, betont auch NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker. In Kärnten und Österreich geht die Corona-Odyssee hingegen ohne Datenbank, zentraler Planung und Umsetzung einer Impfstrategie, dafür mit Chaos und Kritik an der Funktion des digitalen Impfpasses, sowie übrigen Impfdosen weiter, bedauern Loacker und Juvan gleichermaßen.

„Gilt in Kärnten mehr wen man kennt, als was man braucht? Sowohl das Land Kärnten, als auch die Landeshauptstadt Klagenfurt sind aktuell sozialdemokratisch geführt. Sollte sich bewahrheiten, was zu befürchten ist – nämlich, dass man für ,finanzielle Zuwendungen‘ vorgereiht werden kann, ist das eine riesige Sauerei. Die Bürgerinnen und Bürger haben eine klare Impfstrategie und einen erkennbaren Plan verdient, wie es in den nächsten Monaten rund um Corona und die Impfung weitergehen soll. Und das sofort.“, so Juvan.

NEOS-Landessprecher Markus Unterdorfer-Morgenstern: „Seit Beginn der Pandemie ist in keinem Lebensbereich eine Strategie erkennbar. Planbarkeit gibt es weder für Unternehmen, Eltern, Lehrkräfte oder Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“