NEOS Kärnten sehen zentrale Berufsschul-Zusammenlegung kritisch

11. February 2021

Bereits vor Jahren wurden Stimmen gegen die von der Landesregierung geplante Neukonzipierung der Kärntner Fachberufsschulen laut. „Für NEOS haben Bildung sowie der chancengleiche Zugang dazu einen sehr hohen Stellenwert. Eine Verlegung der Fachberufsschule für Friseure nach Klagenfurt ist eine Zumutung für die Lehrlinge“, kritisiert NEOS-Landessprecher Markus Unterdorfer-Morgenstern.

Das Land Kärnten will die Standorte der Berufsschulen neu anordnen (der ORF berichtete). Dem neuen Konzept nach soll es jeden Lehrberuf bis 2025 nur noch an einem Standort geben, das trifft nun auch die Friseurausbildung in Spittal, die nach Klagenfurt verlegt werden soll. „Statt eines Wohnort-nahen Ausbildungsortes werden den Lehrlingen nun lange Anfahrtswege zugemutet. Von Spittal bis Klagenfurt muss man bereits mit einer Stunde Fahrtzeit rechnen, noch schlimmer ist es von Döbriach, Seeboden oder gar von Mallnitz aus“, betont Markus Unterdorfer-Morgenstern. „Laut Medienberichten, fürchten auch Betriebe, dass sie unter diesen Voraussetzungen nur noch schwer Lehrlinge finden werden.“

NEOS für Erhalt der Ausbildung in Spittal

Nach Ankündigung der Verlegung der Friseur-Ausbildung nach Klagenfurt brachte der Spittaler NEOS-Gemeinderat Hermann Bärntatz bereits 2018 eine Petition für die Erhaltung der Fachberufsschule am Standort Spittal ein. „Spittal ist nach wie vor geprägt von Abwanderung, sowohl Betriebe als auch Bewohner verlassen unsere Stadt. Aus meiner Sicht müssen regionale Arbeitgeber so gut als möglich unterstützt werden. Dort wo Bildung stattfindet, dort ist die Jugend. Und die brauchen wir, um die Region nachhaltig zu stärken“, begründete Bärntatz seine damalige Petition, diese blieb damals jedoch unbeantwortet.

Dem Antrag lag damals auch eine Stellungnahme des Spittaler Friseurmeisters und ehemaligen Bezirksinnungsmeisters Dietmar Koschitz bei, die 2017 an den Landeshauptmann übermittelt wurde. In dieser Stellungnahme betonte Koschitz, dass das Land „mit Intelligenz sparen“ und das errechnete Einsparungspotential eines zentralen Berufsschulstandortes lediglich bei 74.000 Euro auf 10 Jahre liege. Laut Koschitz wären das umgerechnet auf 300 Friseurlehrlinge nur 25 Euro pro Lehrling und Jahr.

Der NEOS-Spitzenkandidat für Spittal, Ludwig Gasser, findet ebenfalls klare Worte zur geplanten Umsiedelung des Ausbildungszweiges: „Spittal ist die einzige Bezirkshauptstadt, der ein Ausbildungszweig weggenommen wird, überall sonst wurde nur umgeschichtet. Besonders unverständlich ist dieser Umstand, da Spittal einer der modernsten Standorte in Österreich ist und die Lehrlinge auch immer wieder Preise und Auszeichnungen erzielten. Zudem muss der Bildungsstandort Spittal dringend gestärkt und mehr Bildungsvielfalt etabliert werden. Nur durch ein umfangreiches Bildungsangebot in der Region kann der ländliche Raum gestärkt und die Abwanderung in Ballungszentren, wie Villach, Klagenfurt oder Graz, verhindert werden und von den jungen Menschen hängt langfristig das Überleben der gesamten Region ab.“

Unterdorfer-Morgenstern: „Insbesondere vor dem Hintergrund, dass in den vergangenen Jahren viel in den Bildungs- und Ausbildungsstandort Spittal investiert wurde, ist das zwar lange angekündigte, aber nun doch plötzliche Aus unverständlich. Unser Ziel muss sein, die Ausbildung für junge Menschen so attraktiv wie möglich zu machen. Lange Pendelzeiten erfüllen diesen Zweck bei weitem nicht.“