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Hygienehandbuch zu Covid-19 des BMBWF: Nur ein guter Rat oder doch ein Muss?

Das Hygienehandbuch zu Covid-19 erstreckt sich über 25 Seiten, offen bleibt jedoch, ob es sich bei den Maßnahmen um reine Empfehlungen handelt oder um Vorschriften, die eingehalten werden müssen.

Hygienehandbuch: Vorschlag oder Vorschrift?

„Hygienehandbuch zu Covid-19“ – ein vielversprechender Titel, der jedoch nicht wirklich hält was er verspricht. Denn neben der Praktikabilität im Schulalltag bleibt auch offen, ob es sich dabei lediglich um gut gemeinte Ratschläge handelt oder die angeführten Maßnahmen wirklich Vorschriften sind. Denn bereits unter dem Titel ist von „Empfehlungen des BMBWF zum Schutz vor einer Covid-19 Ansteckung […]“ die Rede. Anschließend wechseln sich „Empfehlungen“ und „Vorgaben“, „müssen“ und „sollen“ im Text regelmäßig ab.

  • Das vorliegende Hygienehandbuch enthält Empfehlungen für elementare Bildungseinrichtungen und Schulen in Österreich…
  • Die Basis der angeführten Maßnahmen bilden die allgemein gültigen Vorgaben des Krisenstabs der österreichischen Bundesregierung.
  • Das BMBWF ersucht die Leiterinnen und Leiter der jeweiligen Bildungsinstitution um Umsetzung…
  • Für Schulen gilt, dass ankommende Personen einen Mund-Nasen-Schutz tragen sollten.
  • Eine schulfremde Person darf das Gebäude ausschließlich nach Terminvereinbarung mit einer Person der Einrichtung betreten und hat dabei einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

„Die Rückkehr zu einem Schulalltag mit Gewissheit rund um alle Abläufe für Schüler_innen und Pädagog_innen lässt also weiterhin auf sich warten“, bedauert Petra Lausegger, NEOS-Regionalkoordinatorin für Klagenfurt. Zudem stellt sich bei vielen der angeführten Maßnahmen die Frage, wie sie im Unterricht umgesetzt werden können.

Pädagog_innen angehalten,
mit Desinfektionsmittel sparsam umzugehen

Die Empfehlung des Ministeriums lautet, dass sich Schüler_innen beim Betreten der Einrichtung und mehrmals über den Tag verteilt die Hände waschen. „Dies wird wohl zu einer logistischen Herausforderung an vielen Schulen werden, da Hände waschen meist nur auf der Toilette während den Unterrichtspausen möglich ist“, so Lausegger.

Ein besonderes Highlight des Hygienehandbuches findet sich auf Seite 14. Hier wird darauf hingewiesen, dass Händedesinfektionsmittel bei den jeweiligen Lehrpersonen in Verwahrung bleiben und nur sparsam ausgegeben werden soll. „Inwiefern die sparsame Verwendung von Desinfektionsmittel zur Eindämmung von Covid-19 beitragen soll, bleibt jedoch schleierhaft“, fragt sich Lausegger.

Der häufig genannte Sicherheitsabstand

Das Hygienehandbuch verweist immer wieder auf einen Meter Sicherheitsabstand. Um diesen im Klassenzimmer zu gewährleisten, sollen die Schüler etwa einzeln an Tischen sitzen. Dieser soll nach Möglichkeit auch im pädagogischen Alltag eingehalten werden. Was bei Kindern zwischen 0 und 6 Jahren besonders schwierig werden wird, denn die Freude der Kinder sich nach Wochen wiederzusehen, wird sie den Sicherheitsabstand schnell vergessen lassen.

„Die Wahrung des Sicherheitsabstandes wird zumindest in jedem Fall dazu führen, dass die persönliche und intensive Betreuung, oftmals auch nur Erklärungen in einem Heft oder Buch zwischen Lehrpersonen und speziell Volksschulkindern derzeit nicht gewährleistet werden kann“, so Lausegger.

Große Pause während Covid-19

Das Handbuch sieht Empfehlungen für die Ankunft an der Schule, den Unterricht und damit auch für die Pause vor. So sollen etwa Klassen mit ungerader Nummer, also beispielsweise die ersten und die dritten Klassen, ihre Pause im Klassenzimmer verbringen, um zu verhindern, dass sich zu viele Personen in den Gängen aufhalten.
Außerhalb der Klassenzimmer sollen Mund-Nasen-Schutzmasken getragen werden. Wer sich eine Jause holt, soll erst essen, nachdem er oder sie wieder Platz genommen hat.

Lausegger: „Man gewinnt leider den Eindruck, dass die Verfasser_innen des Handbuches schon länger in keiner Schule mehr waren, da viele Maßnahmen kaum bis unmöglich in die Praxis umzusetzen sind, etwa die mehrmalige Desinfektion von Lichtschaltern, Türklinken und dergleichen.“

Unterdorfer-Morgenstern: „Mehr Sicherheit für Pädagog_innen und Schüler_innen“

Auch NEOS-Landessprecher Markus Unterdorfer-Morgenstern betrachtet das Hygiene-Handbuch als vielmehr weitere Verunsicherung für Eltern, Schüler_innen als auch Pädagog_innen: „Hygieneempfehlungen für Schulen sind natürlich zu begrüßen, dennoch braucht es gerade in diesem sensiblen Bereich dringen mehr Sicherheit sowie Planbarkeit für Lehrer_innen und Schüler_innen“, betont NEOS-Landessprecher Markus Unterdorfer-Morgenstern.

Denn derzeit sei unklar, ob es sich bei dem Handbuch nun um gut gemeinte Vorschläge oder um rechtlich verbindliche Vorschriften handelt, die es umzusetzen gilt. „Gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Auch hier gilt es, wie leider bei schon so vielen Handlungen der Regierung in Zeiten von Covid-19, noch einmal nachzuschärfen und für Klarheit zu sorgen.“

Das Hygienehandbuch des BMBWF lässt unklar ob es sich um Vorschläge oder Vorschriften handelt, so Petra Lausegger.

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