NEOS fordern Stellungnahme zu 87.000-Euro-teuren Kammer-Inseraten im Wirtschaftsbund-Magazin

5. April 2022

NEOS Kärnten appellieren an Wirtschaftskammer, Geldflüsse an den Wirtschaftsbund Kärnten transparent offenzulegen und zu Kammer-Inseraten im WB-Magazin Stellung zu beziehen. „Damit kann die Wirtschaftskammer hierzulande schnell und klar nachvollziehbar beweisen, dass wir in Kärnten keine Vorarlberger Verhältnisse haben“, so NEOS-Chef Janos Juvan.

Der Wirtschaftsbund-Skandal in Vorarlberg zeigt einmal mehr die Problematik der intransparenten Finanzierungen zwischen den großen, etablierten Mutterparteien und ihren Teilorganisationen auf – im Besonderen jene Geldflüsse innerhalb der ÖVP. „Die undurchsichtigen Praktiken der schwarzen Parteifinanzierung speziell zwischen dem Wirtschaftsbund als Teilorganisation der ÖVP und der Wirtschaftskammer springen aufmerksamen Leser_innen des Wirtschaftsbundmagazins auch in Kärnten mehr als deutlich ins Auge“, kritisiert der interimistische NEOS-Landessprecher Janos Juvan.

In acht WB-Magazinen rund 87.000 Euro an WK-Inseraten platziert

Konkret geht es um Inserate der Wirtschaftskammer, die im Wirtschaftsbund-Magazin – in Kärnten heißt es M.U.T. und erscheint quartalsweise – ganz-, halb- und viertelseitig zu finden sind. „Wir haben die Ausgaben der vergangenen beiden Jahre angesehen. Nach Anzeigenpreis-Spiegel des Wirtschaftsbund-Magazins haben die Wirtschaftskammer sowie die GmbH WIFI, die zu 100% im Eigentum der Kammer ist, in diesen acht Ausgaben Inserate im Wert von 87.360,00 Euro inklusive Umsatzsteuer platziert“, zeigt Juvan auf und fordert nun von Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund eine Stellungnahme zu diesem Umstand ein.

„Die Wirtschaftskammer hat die Interessen der Unternehmerinnen und Unternehmer zu vertreten. Als deren eigentlich erste Ansprechpartnerin ist es per se schon nicht nachvollziehbar, warum die Wirtschaftskammer mit teuren Inseraten für ihre Leistungen wirbt. Sie ist kein Unternehmen, das Kunden gewinnen muss, diese werden ohnehin zwangsverpflichtet.“

Hierzulande in Kärnten vertritt die Wirtschaftskammer die Interessen von 36.330 Unternehmerinnen und Unternehmern (Stand 31. 12. 2021). „Es ist höchst an der Zeit, für die vielen Wirtschaftstreibenden im Land Klarheit zu schaffen. Es ist ihr gutes Recht zu erfahren, was mit ihren Mitgliedsbeiträgen an die Wirtschaftskammer passiert. Ich bin davon überzeugt, dass der Großteil damit nicht über Umwege die ÖVP finanzieren bzw. unterstützen will“, so Juvan abschließend.